Maria-Theresia-Klinik: Nebenschilddrüsenüberfunktion

Primärer Hyperparathyreoidismus

Diese schwierig auszusprechende Erkrankung ist recht selten. Der Mensch besitzt 4 Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt. Sie liegen nur in unmittelbarer Nähe der Schilddrüse, haben aber ansonsten nichts mit der Schilddrüse zu tun. Sie bilden das so genannte Parathormon (PTH), ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphat-Haushalt im Blut regelt.

Eine Überfunktion einer dieser Nebenschilddrüsen, fast immer durch eine gutartige Geschwulst (Adenom) bedingt, nennt man primären Hyperparathyreoidismus. Dann kann das ansonsten nur 2-3 mm große Epithelkörperchen auf über 1 cm wachsen und unkontrolliert Parathormon ausschütten, was zu erhöhten Kalziumwerten im Blut führt.

Der Vorgang bleibt lokal unbemerkt und führt oft erst in der Spätphase der Erkrankung zu verschiedenen Symptomen wie Nierensteinen, Knochenschmerzen oder psychiatrischen Symptomen. Meist entdeckt man die Erkrankung zufällig bei einer Routineuntersuchung des Blutes.

Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des vergrößerten Epithelkörperchens (Parathyreoidektomie). Welche der vier Drüsen dabei vergrößert ist, erkennt man oft bereits im Ultraschall. Im Zweifelsfall ist auch eine spezielle Szintigraphie nötig, die so genannte Nebenschilddrüsenszintigraphie, auch MIBI-Szintigraphie genannt. Ist die Lokalisation bekannt, kann das Epithelkörperchen meist durch einen sehr kleinen Schnitt minimal-invasiv entfernt werden.

Von einem sekundären Hyperparathyreoidismus spricht man, wenn alle vier Nebenschilddrüsen aufgrund eines Kalziummangels, meist bei niereninsuffizienten Patienten, vergrößert sind. Die Therapie erfolgt hier meist medikamentös. Nur bei Versagen der konservativen Therapie ist eine Operation nötig. Dann werden alle Nebenschilddrüsen bis auf einen kleinen Rest enfernt (subtotale Parathyreoidektomie).