Maria-Theresia-Klinik: Komplikationen

Mögliche Komplikationen der Schilddrüsenchirurgie

Nachblutung
Die Schilddrüse ist ein sehr gut durchblutetes Organ. Viele kleine Blutgefäße müssen bei der Operation sorgfältig unterbunden und durchtrennt werden. Öffnet sich ein solches Blutgefäß nach der Operation spontan (z.B. bei heftigem Husten), bildet sich ein Bluterguss (Hämatom). Ähnlich wie bei einem Bienenstich, der an anderen Stellen völlig harmlos ist, kann ein Bluterguss am Hals unangenehme Folgen haben, weil er subjektiv auf Kehlkopf und Luftröhre drückt. Der tatsächliche Blutverlust ist dabei nie ein Problem.

Nachblutungen treten fast ausschließlich innerhalb der ersten 24 Stunden nach Operation auf. Zum Entlassungszeitpunkt besteht kaum mehr ein Risiko. Wir überwachen unsere Patienten in diesem Zeitraum sehr intensiv: in den ersten Stunden im Aufwachraum, später auf Normalstation. Tritt eine Nachblutung auf, muss die Wunde in Narkose nochmals geöffnet werden, das offene Blutgefäß aufgesucht und erneut unterbunden werden.

Das Risiko einer Nachblutung ist sehr gering, es beträgt in unserer Klinik etwa 0,5 %.

Läsion des Stimmbandnervs (N. laryngeus recurrens)
Der Nervus laryngeus recurrens, kurz „Recurrens“, ist ein etwa 1 mm dicker Nerv, der relativ nahe an der Schilddrüse vorbei zum Kehlkopf zieht und die Muskulatur der Stimmbänder innerviert. Dieser feine Nerv kann bei Schilddrüsenoperationen geschädigt werden. Seit der Etablierung vor etwa 25 Jahren nutzen wir eine spezielle Technik, das so genannte Neuromonitoring, um dieses Risiko zu minimieren. Dabei kann durch eine schwache elektrische Stimulation sowohl das Auffinden des Nervs erleichtert als auch die Leitfähigkeit des Nervs während der Operation überwacht werden. Eine versehentliche Durchtrennung des Nervs kann damit fast komplett ausgeschlossen werden. Folge wäre eine so genannte permanente, also dauerhafte Lähmung des Stimmbands. Durch die Manipulation an der Schilddrüse kann der empfindliche Nerv, auch ohne verletzt zu sein, seine Leitfähigkeit verlieren. Man spricht von einer „passageren“ Stimmbandlähmung, die sich innerhalb von Tagen oder Wochen erholt.

Eine Stimmbandlähmung führt – entgegen weit verbreiteter Meinung – nicht zum Stimmverlust. Die Sprache ist – ähnlich wie bei einer Erkältung – lediglich rau oder heiser.

Auch diese Komplikation ist erfreulicherweise sehr selten. Die Rate an permanenten Lähmungen liegt in unserer Klinik mit etwa 0,5 % deutlich unter den deutschlandweit berichteten Häufigkeiten.

Hypokalzämie
Hypokalzämie bedeutet ein Absinken des Kalziumspiegels im Blut. Ursache hierfür ist eine Beeinträchtigung der Nebenschilddrüsen.

Die vier Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt, sind etwa 2 mm große Organe, die – wie der Name sagt – neben der Schilddrüse liegen, ansonsten aber mit der Schilddrüse absolut nichts zu tun haben. Sie regeln den Kalzium- und Phosphat-Haushalt des Körpers. Sie werden bei einer normalen Schilddrüsenoperation nicht entfernt, sondern sorgsam geschont.

Ähnlich wie bei der Stimmbandlähmung muss zwischen einer passageren, spontan rückläufigen Unterfunktion (z.B. durch Duchblutungsstörungen, Quetschen oder Dehnen) und einer bleibenden Unterfunktion (Hypoparathyreoidismus) infolge versehentlichen Entfernens unterschieden werden.

Die Kalziumwerte im Blut werden vor und nach Ihrer Operation regelmäßig überprüft.

Eine bleibende Unterfunktion ist mit etwa 1 % ebenfalls sehr selten.